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    Veröffentlicht: 27.05.2019
    CSA

    OHV Aurich bricht gegen Stralsund ein


    Hausherren verspielen 20:12-Pausenführung – Endspiel gegen TuS Vinnhorst
    Paul Jordan am Ball traf in der Schlussphase zwei wichtige Würfe, verursachte in der letzten Minute aber auch einen Ballverlust und den entscheidenden Siebenmeter.  ©JOACHIM ALBERS
    Paul Jordan am Ball traf in der Schlussphase zwei wichtige Würfe, verursachte in der letzten Minute aber auch einen Ballverlust und den entscheidenden Siebenmeter.  ©JOACHIM ALBERS
    AURICH
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    Die Handballer des OHV Aurich haben es in der zweiten Runde der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga am Samstagabend nicht geschafft, gegen den Stralsunder HV den wichtigen Heimsieg in der Dreiergruppe zu holen und stehen nun vor einem echten Endspiel.


    Als die Schlusssirene ertönte, feierten die Gäste aus Stralsund das 30:30-Remis wie einen Sieg. 49 Minuten lang lagen die Vorpommern zuvor in Rückstand und hatten die Hoffnung auf einen letzten Torabschluss fast schon begraben. Doch 18 Sekunden vor Spielende verfehlte Paul Jordans Pass nach Außen den Mitspieler – Ballbesitz Stralsund. Jordan war es auch, der mit ablaufender Uhr versuchte, seinen Gegenspieler am Wurf zu hindern und verursachte einen Siebenmeter für die Gäste – 30:30.


    Es war der Schlusspunkt eines „mentalen Einbruchs“, wie es OHV-Coach Arek Blache später formulierte. Zur Pause führte sein Team mit 20:12 und hatte Stralsund bis dahin mit seinen Gegenstößen teilweise überrannt. Doch die Gäste kamen mit Tempo, Kampf und Siegeswillen aus der Kabine. Ein 7:1-Lauf in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs machte das Duell wieder völlig offen. Blacha nahm eine Auszeit (21:19, 40.), Aurich startete selbst einen 5:1-Lauf und war sich mit der stehenden und jubelnden Halle im Rücken sicher, dass es als Sieger von der Platte gehen würde (26:20, 50.). Doch es kam, wie beschrieben. Der Vorsprung der Hausherren schmolz langsam, aber stetig und als der SHV in der 58. Minute erstmals seit Spielminute elf wieder auf ein Tor dran war, saß der Schock bei den Zuschauern und den Auricher Spielern tief.


    Nun gilt es, den Kopf wieder aufzurichten. Mit einem Sieg am kommenden Samstag in Vinnhorst ist der OHV aufgestiegen. Dieses Mal ist es jedoch ein echtes Endspiel.


    Trainerstimmen


    Arek Blacha (Aurich):„Wir müssen uns alle hinterfragen. Es war in der zweiten Hälfte kein spielerisches Problem, sondern ein mentales. Wir waren nicht bereit, mit Spaß zu spielen. Die Enttäuschung sitzt tief.“


    Steffen Fischer (Stralsund):„Wenn ich einer Mannschaft zutraue, nach acht Toren Rückstand zur Pause zurückzukommen, dann meiner. Ich wünsche dem OHV alles Gute, diese Relegation ist für uns alle frustrierend.“