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    Veröffentlicht: 06.12.2018
    DK

    Keine Windkraftanlagen in Upschört – vorerst


    Kommunalpolitiker sprechen sich für Verzicht auf eine Bauleitplanung Windenergie aus
    Friedeburgs Bürgermeister  ©DETLEF KIESÉ
    Friedeburgs Bürgermeister  ©DETLEF KIESÉ
    FRIEDEBURG
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    Nicht einer Meinung waren die Mitglieder des Friedeburger Gemeinderates in der Sitzung am Dienstag: Zwar stimmte die Mehrheit dafür, dass die Kommune von einer Bauleitplanung zur Ausweisung weiterer Windenergieflächen im Gemeindegebiet auf Grundlage der vorliegenden Potenzialstudie absieht, jeweils zwei Ratsmitglieder (CDU) votierten allerdings dagegen oder enthielten sich.


    Bürgermeister Helfried Goetz (parteilos) hatte zuvor das Für und Wider einer Windkraftanlage (WKA) auf einem verbliebenen Grundstück in Upschört erläutert, kam aber zu dem Schluss, dass der Nutzen den dauerhaften Eingriff in die Natur nicht aufwiegen kann – schon vor dem Hintergrund derzeit kaum zu erzielenden Wertschöpfung. „Die Gemeinde unterstützt die Energiewende schon auf vielfach andere Art.“


    Detlef Grüßing (CDU) kritisierte, dass die Gemeinde die Zeit einer sinnvollen Investition verschlafen habe. „Vor fünf bis sechs Jahren herrschten optimale Bedingungen.“ Daher legte der Bentstreeker Wert auf den Zusatz, sich „vorerst“ nicht mit der Windenergiefrage zu beschäftigen. Immerhin müsse man dem Atomkraft- und Kohleausstieg etwas gegenüber setzen. Für eine Wiederaufnahme „bei neuen technischen Erkenntnissen“ sprach sich ebenso SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Hermann Lohfeld aus. Und sogar Grünen-Politikerin Doris Stehle erklärte, dass weitere Windkraftanlagen keinen Sinn machen, da die gewonnene Energie ohnehin nicht adäquat abgenommen wird.


    Thema Einzelhandel


    „Wiesmoor hat wenig Rücksicht auf seine Nachbarn genommen und über seinen eigenen Bedarf geplant.“ Von Björn Fischer (CDU) kam deutliche Kritik, als es um die Vereinbarung mit der Stadt Wiesmoor ging, die im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ihre mittelzentrale Teilfunktion Einzelhandel verankert sehen möchte (wir berichteten). Auch wenn sich die Blumenstadt, so Fischer, verpflichtet, im Bereich des täglichen Bedarfs nicht weiter zu expandieren, herrsche doch eine Konkurrenzsituation. Deren aggressive Wohnungsneubaupolitik unterstütze eine Abwanderung.


    Allerdings habe Friedeburg, das im kleinen und mittleren Einzelhandelsbereich gut aufgestellt sei, in der Vergangenheit auch nicht alle Chancen wahrgenommen. „Wiesmoor ist uns immer vorweggeschritten.“ Der Christdemokrat forderte, den Gewerbepark Marx schnellstens zu erweitern. „Ich stimme für die Vereinbarung, wir sollten aber die Augen aufhalten.“ Dass Friedeburg die Nahversorgung erhalten und verbessern müsse, unterstrich Hans-Hermann Lohfeld für die SPD.


    „Die Vereinbarung kann nur zum Nachteil unserer Gemeinde gereichen“, stellte sich Doris Stehle (Grüne) gegen das Papier. Kaufkraft werde abgezogen, Verbrauchermärkte seien nicht mehr im Bestand gesichert. Die Einzelhandelsvereinbarung wurde mehrheitlich angenommen. Stehle sowie Kirsten Getrost (Grüne) und Thorsten Hyda (FWG) stimmten allerdings dagegen.


    Neuer Feuerwehrchef


    Schließlich legte sich Helfried Goetz seine Bürgermeister-Amtskette um: Er verpflichtete Matthias Hempel – hauptberuflicher Feuerwehrmann – als neuen Ortsbrandmeister für Horsten. Er wirkt wegen eines ausstehenden Zugführerlehrgangs zunächst kommissarisch für zwei Jahre und soll danach auf weitere sechs Jahre in das Ehrenbeamtenverhältnis übernommen werden. Alle Fraktionen gratulierten, Olaf Gierszewski (SPD) sagte dem neuen Chef beste Startbedingungen nach, zumal das neue Horster Feuerwehrhaus in 2019 fertiggestellt wird.