Artikel
    Veröffentlicht: 04.12.2018
    JW

    Appell: Kleine Geschöpfe nur bei artgerechter Haltung anschaffen


    Verein Tierschutz-Aktiv-Friesland zieht Jahresbilanz
    Augen und Nase vereitert und verklebt. Junge Fundkatze in kläglichem Zustand  ©ELKE KLARMANN
    Augen und Nase vereitert und verklebt. Junge Fundkatze in kläglichem Zustand  ©ELKE KLARMANN
    FRIESLAND
     – 

    Tierschützer dürfen nicht zart besaitet sein. Vieles von dem, was sie erleben, ließe sich sonst kaum ertragen. Mitunter bekommen aber auch sie weiche Knie. Da wird zum Beispiel in ihrer Bilanz zum Jahresende vom Hilferuf eines Kindes berichtet: „Der Papa will die kleinen Kätzchen wieder totmachen. Er schmeißt sie dann immer an die Wand …“ Mit diplomatischem Geschick gelang es einer Mitarbeiterin des Vereins Tierschutz-Aktiv-Friesland die Tiere zu retten.


    Doch mitunter kommt Hilfe zu spät. Davon berichtet eine andere Angehörige des Vereins: „Mitte November, ein kalter und windiger Tag. Auf einem Bauernhof fand ich ein nur wenige Wochen altes scheues Katzenbaby, meine 175. Katze in diesem Jahr. Es hatte keine Kraft mehr. Seine Augen waren vereitert, die Nase völlig verklebt und der kleine Körper abgemagert, dazu noch mit Flöhen übersät. Mit Tränen in den Augen habe ich diese arme Kreatur für unsere Dokumentation fotografiert. Trotz ärztlicher Behandlung musste das Tierchen am nächsten Tag erlöst werden.


    In der Tierschutzbilanz steht außerdem der Appell, den anvertrauten Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Wenn dieses nicht gewährleistet werden kann, könne sich Tierliebe auch mit einem bewussten Verzicht beweisen. Mit dem Bericht zum Ende des Jahres wird vor allem auch darauf hingewiesen, dass Tiere wohlüberlegt angeschafft und keinesfalls zu Weihnachten geschenkt werden sollten.