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    Veröffentlicht: 14.03.2019
    AH

    8,3 Millionen Gäste übernachten an der Nordseeküste


    2500 Beschäftigte in Hotels und Gaststätten im Landkreis Wittmund – Fachkräftemangel
    Reisen liegt im Trend: Urlauber sorgen dafür, dass die Zahl der Übernachtungen steigt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten  warnt jedoch vor immer längeren Arbeitszeiten für die Beschäftigten der Branche.  ©GEWERKSCHAFT NAHRUNG-GENUSS-GASTSTÄTTEN
    Reisen liegt im Trend: Urlauber sorgen dafür, dass die Zahl der Übernachtungen steigt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten warnt jedoch vor immer längeren Arbeitszeiten für die Beschäftigten der Branche.  ©GEWERKSCHAFT NAHRUNG-GENUSS-GASTSTÄTTEN
    WITTMUND
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    Touristen zieht es an die Nordsee: Die niedersächsische Küste verzeichnete im vergangenen Jahr 8,31 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland. Das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG Oldenburg-Ostfriesland beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, das die Beherbergungszahlen der deutschen Reisegebiete ausgewertet hat. Demnach kam Ostfriesland auf 1,8 Millionen Übernachtungen (plus 8,1 Prozent zum Vorjahr). NGG-Geschäftsführer Matthias Brümmer spricht von einer „starken Bilanz – die jedoch nur mit dem starken Engagement der Beschäftigten überhaupt möglich ist“.


    Allein im Landkreis Wittmund beschäftigt das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 2500 Menschen. „Allerdings fehlen hier zunehmend Fachkräfte – auch, weil die Branche ein Image-Problem hat“, sagt Brümmer. Ein Hauptgrund: immer extremere Arbeitszeiten. Zwar gehöre das Arbeiten am Abend oder am Sonntag für Hotelfachleute und Kellner fest zum Job. „Aber in den vergangenen Jahren sind die Schichten deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden. Das macht nicht jeder ewig mit“, so der Geschäftsführer der NGG-Region Oldenburg-Ostfriesland.


    Brümmer kritisiert insbesondere die Forderungen von Unternehmern, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. „Geht es nach dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), dann sollen 13-Stunden-Arbeitstage bald zum Normalfall werden“, so Brümmer, „statt längere Arbeitszeiten zu fordern, sollten Hoteliers und Gastronomen die Branche attraktiver machen. Das fängt bei einer guten Ausbildungsqualität an und reicht bis zur Bezahlung nach Tarifvertrag. Und wenn das Personal Spaß an der Arbeit hat, dann kommen die Gäste auch gern wieder.“