Artikel
    Veröffentlicht: 20.04.2017
    MH/AH

    Maisaussaat sorgt für neuen Konflikt


    Minister will Mais als Rohstoff für Biogas-Anlagen zurückdrängen
    Trotz großer Maschinen und unermüdlichen Einsatzes der Landwirte und Lohnunternehmer dauert es rund drei Wochen, bis die 600 000 Hektar Mais in Niedersachsen eingesät sind. Der Maisanbau ist umstritten.   ©LANDWIRTSCHAFTSKAMMER
    Trotz großer Maschinen und unermüdlichen Einsatzes der Landwirte und Lohnunternehmer dauert es rund drei Wochen, bis die 600 000 Hektar Mais in Niedersachsen eingesät sind. Der Maisanbau ist umstritten.   ©LANDWIRTSCHAFTSKAMMER
    WITTMUND
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    Die Landwirte in Niedersachsen bereiten langsam die Maisaussaat vor. Konflikte sind vorprogrammiert, denn Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) will Mais besonders als Rohstoff für Biogas-Anlagen zurückdrängen. „Die Mais-Monokultur schadet der ökologischen Vielfalt und damit den Insekten – vor allem den Bienen – und der Vogelwelt“, so der Minister. Schon jetzt werde viel zu viel Mais abgebaut. Für den Landkreis Wittmund treffe das nicht zu, sagt der Landvolk-Kreisverband.


    In Niedersachsen wird auf einem Drittel der Fläche Mais angebaut. In keinem Bundesland stehen so viele Biogas-Anlagen wie in Niedersachsen – laut Landwirtschaftsministerium waren im vergangenen Jahr 1625 in Betrieb. Ein Drittel des Maisanbaus wird als Energiepflanze für Biogas-Anlagen genutzt. Das will Meyer ändern. Er fordert, dass vermehrt Blühstreifen mit bienenfreundlichen Wildpflanzen als Rohstoff für Biogas-Anlagen genutzt werden. Auch der Einsatz von Abfall, Reststoffen, Gülle und Hühnertrockenkot sei geeignet, die Ökobilanz von Biogas-Anlagen zu verbessern.


    Im Landkreis Wittmund werden nach Angaben des Landwirtschaftlichen Hauptvereins, Geschäftsstelle Wittmund, auf rund 7800 Hektar Mais angebaut – bei 43 000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche insgesamt. Davon würden rund 3300 Hektar der Maisfläche für den Betrieb von 14 größeren Biogasanlagen genutzt. 

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