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    Veröffentlicht: 20.03.2017
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    Leiser Hilferuf der Wittmunder Hebammen


    Kolleginnenkreis an der Klinik in der Harlestadt schrumpft
    2012 sorgten am Wittmunder Krankenhaus noch 14 Beleghebammen für die werdenenden Mütter – fünf Jahre später sind noch vier Kolleginnen übrig geblieben.  ©OLIVER OELKE/ARCHIV
    2012 sorgten am Wittmunder Krankenhaus noch 14 Beleghebammen für die werdenenden Mütter – fünf Jahre später sind noch vier Kolleginnen übrig geblieben.  ©OLIVER OELKE/ARCHIV
    WITTMUND
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    Die Beleghebammen im Wittmunder Krankenhaus rufen – zwar leise, aber doch deutlich – um Hilfe: Sorgten hier 2012 noch 14 Beleg-Hebammen für die werdenden Mütter, waren es zu Beginn des Jahres noch fünf Frauen. Am Montag hatte eine von ihnen ihren vorerst letzten Arbeitstag, im Sommer hört eine weitere langjährige Hebamme auf.


    „Jetzt wird es langsam wirklich eng, die Arbeit auf drei Frauen zu verteilen“, so Beleg-Hebamme Karin Harms. Leider sehen sie und ihre Kolleginnen keine Möglichkeit, ihr Team wieder zu erweitern. „Junge Frauen scheuen häufig davor, diesen Beruf zu ergreifen“, erklärt auch Hebamme Renate Müller. Beleg-Hebammen sind rund um die Uhr im Einsatz, Rufbereitschaft für „ihre“ Frauen und Familien, die sie lange vor der Geburt bereits begleiten, besteht immer.


    Die größte Hürde jedoch sei für die meisten jungen Frauen die finanzielle Seite, berichtet das Hebammenteam in Wittmund: Machen sie sich als Beleg-Hebamme selbstständig und sind damit auch für Geburtshilfe zuständig, sind die Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung immens. Wie bereits mehrfach thematisiert und berichtet, hat sich diese Versicherungsprämie in den vergangenen Jahren verzehnfacht, auch wenn es nicht mehr geburtshilfliche Schadensfälle gibt.


                                   

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