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    Veröffentlicht: 19.05.2017
    AH

    Hochkarätige Gäste beim 32. Kongress Deutscher Lokalzeitungen


    Lebensbegleiter Lokalzeitung
    Aus publizistischer Sicht betonte Verleger Dr. Wolfram Weimer die Vielfalt der deutschen Lokalzeitungspresselandschaft.   ©CARSTEN REIMER
    Aus publizistischer Sicht betonte Verleger Dr. Wolfram Weimer die Vielfalt der deutschen Lokalzeitungspresselandschaft.   ©CARSTEN REIMER
    BERLIN
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    Mit einer hochkarätigen Gesprächsrunde „Wahlcheck Mittelstand und Medien“ endete jüngst der 43. Kongress des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen (VDL). Mehr als 400 Teilnehmer kamen zu dem zweitägigen Spitzentreffen der lokalen und regionalen Tageszeitungen in Berlin zusammen.


    In einer substanzreichen Diskussion äußerten sich Nicola Beer (FDP), Sahra Wagenknecht (Die Linke), Ralf Stegner (SPD), Kerstin Andrae (Bündnis 90/ Die Grünen) und Michael Kretschmer (CDU) vor etwa 300 Verlegern und Führungskräften deutscher Lokalzeitungen. Unisono wurde festgestellt, dass eine kritische Distanz der Presse – auch der Lokalpresse – zur Politik notwendig sei. Politiker müssten daher kritische Berichterstattungen aushalten.


    Begonnen hatte der Kongress mit der ersten medienpolitischen Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Lokalzeitungen seien für viele Menschen in Deutschland ein Lebensbegleiter und genössen hohes Vertrauen, so der Bundespräsident. Steinmeier zeigte sich besorgt über die Anfeindungen, denen die Presse ausgesetzt sei.


    Anschließend zeigte sich Kanzleramtsminister Peter Altmaier überzeugt von der Zukunft der Lokalzeitung. Diese leiste „etwas ganz besonderes“, schließlich verkürzten Lokalzeitungen die Distanz zwischen den Menschen.


    Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche konstatierte für seriösen Journalismus großen Bedarf und einen wachsenden Markt. Außerdem betonte er die Bedeutung der Lokalzeitungen, indem sie Mobilitätsthemen setzten.


    Aus publizistischer Sicht betonte Verleger Dr. Wolfram Weimer die Vielfalt der deutschen Lokalzeitungspresselandschaft. Er richtete sich in einem Appell gegen das geplante Netzwerkdurchsetzungsgesetz – dies erinnere ihn an „Orwellsche Dimensionen á la 1984“. VDL-Geschäftsführer Martin Wieske resümierte, der Kongress habe gezeigt, dass die dem Verband angeschlossenen Tageszeitungen hohes Renommee in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft genössen. Mit dem VDL verfügten die kleineren und mittleren Verlage seit Jahrzehnten über eine starke Vertretung ihrer Interessen.