Artikel
    Veröffentlicht: 08.09.2017
    Von RAINER KÖPSELL

    Ein spannender und erfolgreicher Kampf


    Bürger und Grünen-Politiker zufrieden mit Regelung des Torfabbaus
    Freuten sich über die planerische Reduktion von Torfabbauflächen zugunsten von Grünland: Edgar Weiss, Meta Janssen-Kucz, Frieda Dirks und Garrelt Agena (v. l.).   ©RAINER KÖPSELL
    Freuten sich über die planerische Reduktion von Torfabbauflächen zugunsten von Grünland: Edgar Weiss, Meta Janssen-Kucz, Frieda Dirks und Garrelt Agena (v. l.).   ©RAINER KÖPSELL
    MARCARDSMOOR
     – 

    Wie zum Verwandtenbesuch war der geräumige Wintergarten im Hause Dirks hergerichtet. Eine Tee-Tafel, Gebäck und nach Ostfriesland passendes Geschirr. Ein weiter Blick auf ausgedehnte Grünländereien zwischen den Straßen 1. Reihe und 2. Reihe in Marcardsmoor eröffnete sich den angereisten „Verwandten“ Meta Janssen-Kucz, Niedersachsens Landesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen und Garrelt Agena, grüner Bundestagskandidat im Wahlkreis Aurich-Emden. Eingeladen hatte Frieda Dirks.


    Sie wollte sich, zusammen mit ihrem Stadtratskollegen Edgar Weiss vom „Wiesmoorer Bündnis“, an diesem Nachmittag vor allem bei Meta Janssen-Kucz bedanken. Dank für eine lange und konsequente Unterstützung bei der Neuregelung des Torfabbaus in der Gegend zwischen Wiesmoor und dem Ems-Jade-Kanal.


    Nach der ursprünglichen Ausweisung in maßgeblichen Landesplanungswerken hätten noch große Flächen in diesem Gebiet Vorrang für Torfabbau gehabt. „Wenn das alles umgesetzt worden wäre, hätten sich hier für unser Dorf erhebliche Probleme ergeben. Für Natur, Landschaftsbild, Gebäude und unsere überwiegend auf Grünland basierte Landwirtschaft“, erklärte Frieda Dirks die Situation vor der Veränderung der Planungsvorgaben.


    „Für die Grünen ist es schon lange ein Ziel, den industriellen Abbau von Torf zu verringern. Die immense CO2-Bindung in Mooren, die dort herrschende Artenvielfalt, und die Eignung ursprünglicher Landschaften für den Tourismus treibt unsere Politik da an“, führte Meta Janssen-Kucz aus.


    Letztlich haben die Bemühungen zu einem Ergebnis geführt, das sich aus Sicht von Frieda Dirks und Edgar Weiss sowie den Grünen-Politikern sehen lassen kann. Landesweit konnten zum Torfabbau vorgesehene Vorrangflächen im geplanten neuen Landesraumordnungsprogramm von 21300 Hektar auf 3500 Hektar reduziert werden. Und im Bereich Wiesmoor – Marcardsmoor verringern sich diese Flächen von 900 Hektar auf 78 Hektar.


    Für das Umfeld von Marcardsmoor wird ein jetzt erarbeitetes Integriertes Gebietsentwicklungskonzept (IGEK) in die Regionalplanung einfließen. Wie immer seien solche Konzepte ein Kompromiss zwischen den Zielen verschiedener Interessengruppen. Aus der Sicht Einzelner könnten manche Dinge besser geregelt sein, aber im IGEK habe man letztlich einen optimalen gemeinsamen Nenner gefunden. Die geforderten Nutz- und Schutzfunktionen würden damit erfüllt und in mittlerer Zukunft auch Tourismus- und Erholungsfunktionen, so Frieda Dirks. Mit einem Blick über ausgedehntes Grünland mit Gras, das auf nicht angerührter Torfschicht wächst, ergänzte Edgar Weiss: „Diese grüne Gegend hier gefällt mir viel besser als eine schwarze“. Seine Bemerkung – in diesem Fall mehr auf Landschaftsnutzung als auf Politik gemünzt.